Einzelbäume

Zwei Traubeneichen und drei Eschen am Friedrichsteich Reichstädt

ART: Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior) Mehr Informationen

2014 wurde im Rahmen einer Sammelverordnung für neue Naturdenkmale[1] das seit 1995 bestehende ND "Zwei Traubeneichen am Friedrichsteich Reichstädt" (die in Wirklichkeit Stiel-Eichen sind!) um drei Eschen erweitert. Bei den Vorarbeiten zu dieser Unterschutzstellung[2] war deutlich geworden, dass bis dahin im gesamten Naturraum Ost-Erzgebirge nicht ein einziges Exemplar dieser Baumart einen ND-Status hatte. Dabei gehören Eschen seit jeher zu besonders landschaftsprägenden Gehölzen der Region, zum Beispiel auf Steinrücken[3] oder als Alleebäume[4].

Dabei erwies es sich als nicht so einfach, noch hinreichend vitale Eschen zu finden. Abgesehen davon, dass viele schöne Exemplare bereits Straßenverbreiterungen und anderen Baumaßnahmen zum Opfer gefallen waren (z.B. eine herrliche Eschenallee in Schellerhau), hatte wenige Jahre zuvor das Eschentriebsterben auch das Ost-Erzgebirge erreicht - und zwar mit voller Wucht. Im sächsischen Waldzustandsbericht von 2009 wird "das Auftreten des neuartigen Eschentriebsterbens" erstmals erwähnt.[5]. 2010/11 erfolgte die Auswahl neuer "Kandidaten" für Baum-Naturdenkmale im ehemaligen Weißeritzkreis, da waren die Schäden bereits vielerorts sichtbar. In der Annahme, dass Bäume mit besonders guten Standortsbedingungen möglicherweise die meiste Widerstandskraft gegen die Krankheit haben könnten, fiel die Auswahl auf die bis dahin (wahrscheinlich) noch unbefallenen Eschen am Friedrichsteich.

Mit jeweils rund drei Metern Stammumfang handelte es sich nicht um die ganz dicken Riesen ihrer Art (die größten Exemplare im bisherigen Portfolio des Baumdenkmalprogrammes kommen auf über fünf Meter: Kipsdorf und Kleinschirma). Sie tragen aber auf alle Fälle zur ökologischen Bedeutung des Biotopkomplexes "Friedrichsteich" bei.  

Jedoch: die Hoffnungen von vor 15 Jahren, das Eschentriebsterben möge einen Bogen um diese Bäume machen, haben sich leider nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil: heute weiß man, dass viel Feuchtigkeit nicht nur für die Baumart Esche gut ist, sondern auch für den aus Asien eingeschleppten Schlauchpilz (mit dem harmlos klingenden Namen "Falsches Weißes Stengelbecherchen"), der die grassierende Krankheit hervorruft. Bei einer der drei ND-Eschen sind bereits große Kronenteile abgestorben, bei einer zweiten sind zumindest die kahlen Triebe unübersehbar. Bei der dritten hält sich der Schaden im Kronenbereich zwar noch vergleichsweise in Grenzen, dafür platzt am Stamm die Rinde auf, und darunter ist die Ausbreitung des Mycels von Pilzen als Folgeschädlinge zu erkennen.

Nichtsdestotrotz verlieren die absterbenden Eschen nicht an biologischer Bedeutung: es bilden sich viele Mikrohabitate, die zahlreichen Kleintieren Lebensraum bieten.

 

(Zu den historischen Landschaftshintergründen des Friedrichsteiches siehe wrk117-1.)

 
[1] Verordnung des Landratsamtes Sächsische Schweiz - Osterzgebirge zur Festsetzung von Gehölzen als Naturdenkmal, 9.12.2014
[2] Schutzwürdigkeitsgutachten, zit. bei https://osterzgebirge.org/de/natur-erkunden/schutzgebiete/naturdenkmale/baum-naturdenkmale/nd-eichen-und-eschen-am-friedrichsteich
[3] Grüne Liga (2007): Natur des Ost-Erzgebirges im Überblick. Naturführer Ost-Erzgebirge, Bd. 2, S.293
[4] Wagner, Wilfried (1968): Die Straßenbepflanzung im Erzgebirgsraum. Archiv Forstwesen, Bd.17, S.1119
[5] SMUL (2009): Waldzustandsbericht 2009, S.57

Informationen

Ort

Dippoldiswalde, Stadt
Reichstädt

Schutz

ND

Patenbaum

ja

Basisdaten vom 10.05.2022

Umfang

3.30 m

Durchmesser

1.05 m

Höhe

27 m

Alter

160 Jahre

Zugang

frei

Jahresbewertung

Bericht 05.04.2026 - Heiko Frey

Die Eschen brechen gerade dramatisch auseinander. Insbesondere bei der mittleren der drei Eschen sind vertrocknete Hauptäste nicht zu übersehen.  

Dringender Handlungsbedarf:

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Naturdenkmal: Naturdenkmal hat Pate:
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Drei Eschen am Friedrichsteich Reichstädt

05.04.2026

Eschen Friedrichsteich Reichstädt

05.04.2026