Baumarten

Ess-Kastanie

(Castanea sativa)

Die Esskastanie gehört zur Familie der Buchengewächse, ist also mit Eichen und Buchen verwandt. Mit ihren langen, dunkelgrün-glänzenden gezähnten Blättern ist sie in unseren Wäldern aber eine eher ungewöhnliche Erscheinung. Dazu tragen auch die stacheligen Früchte bei, die große, essbare Samen mit einer glänzenden braunen Schale enthalten. Diese werden auch gern von Vögeln, Mäusen und Schwarzwild angenommen. Insbesondere in Waldbeständen entwickeln Esskastanien eine eher schlanke Krone. Der Stamm ist meist streng aufrecht mit einer dicken Borke, die sehr tiefe, lange Furchen aufweist. Esskastanien werden bis zu 35 m hoch, und über 600 Jahre alt [1].

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Esskastanie umfasst Südeuropa, Kleinasien und Teile Nordafrikas. Sie wurde aber schon in der Antike weit darüber hinaus angebaut, so auch in Frankreich und Südwestdeutschland [1]. Auch in Sachsen wurde sie im Zusammenhang mit dem Weinbau, vielleicht schon im Mittelalter, eingeführt. Aus ihrem sehr dauerhaften Holz wurden Rebstecken, also Stützen für die Weinstöcke, hergestellt [5].

Im Sächsischen Tiefland sind in der Vergangenheit viele Esskastanien extremen Winter-Frösten ("Polarfrösten“), so in den Jahren 1928/29 und 1956/57, zum Opfer gefallen. Im Bergland konnten sie sich hingegen, trotz eher kontinentalem Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern, besser entwickeln [2]. Im Osterzgebirge konzentrieren sich Vorkommen älterer Bäume auf den Tharandter Wald und angrenzend den Großraum Freital (hier wiederum im Zusammenhang mit historischem Weinbau). Die wohl stärksten Exemplare stehen heute im Forstbotanischen Garten Tharandt, einige über 200 Jahre alt.

Insbesondere die eingebürgerten Vorkommen im nordöstlichen Tharandter Wald dürften auf Mutterbäume im Forstbotanischen Garten zurückgehen, deren Samen vom Eichelhäher über längere Strecken verbreitet wurden [4]. Hier hat sie vor allem an den Bestandsrändern, wie auch innerhalb lichter Forstbestände (z.B. unter Kiefer, Lärche) gute Entwicklungschancen und kann sich auch im dichteren Unterwuchs durchsetzen. Dabei kann sie aufgrund ihres recht schnellen Höhenwachstums insbesondere Lücken ausnutzen, die absterbende Bäume im Kronendach hinterlassen [3].

Quellen:

[1]   Botacci, A. 1998. Castanea sativa Miller, 1768 – Enzyklopädie der Holzgewächse 14. Erg.Lfg. 12/98: 1-10.

[2]   Bouffier, V.A. 2019. Historische und rezente Naturdenkmale, Baumgruppen und Alleen der Edel-Kastanie (Castanea sativa Mill.) – Baum des Jahres 2018 – in Deutschland. – Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft 104: 65-84.

[3]   Gawantka, L. 2022. Ausbreitungspotential der Esskastanie (Castanea sativa Mill.) auf einer Probefläche im Tharandter Wald. – Masterarb. TU Dresden: 66 S.

[4]   Krahn, S. 2011. Historische Entwicklung und gegenwärtiger Zustand der Edel-Kastanie (Castanea sativa) im sächsischen Elbhügelland. – Diplomarb. TU Dresden: 91 S.

[5]   Schmidt, P.A. & Klausnitzer, U. 2001. Die Baum- und Straucharten Sachsens – Charakterisierung und Verbreitung als Grundlagen der Generhaltung. – Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Forsten 24: 1-106.

Ergebnisse

Nr. Name Art Gemeinde Gemeindeteil Baumpate

M Mikrohabitat

Bild: Sebastian Dittrich
Bild: Sebastian Dittrich