Einzelbäume

ND Königseiche Markt Olbernhau

ART: Stiel-Eiche (Quercus robur) Mehr Informationen

Für nur wenige Bäume im Gebiet des Baumdenkmalpatenprogramms liegt eine so umfangreiche Fotodokumentation vor wie für die "Königseiche" (oder auch "Markteiche") in Olbernhau. Dies ist in erster Linie der Internetseite www.olbernhau.de/der-marktplatz zu verdanken mit zahlreichen Abbildungen aus der Geschichte des Olbernhauer Marktes. Auch die Deutsche Fotothek bietet mehrere Fotos vom 20. Jahrhundert, anhand derer sich die Wuchsbedingungen der Königseiche gut einschätzen lassen.

1818 wurde die Stiel-Eiche gepflanzt, anlässlich des "50-jährigen Dienstjubiläums von König Friedrich August von Sachsen" [1]. Dies teilt auch eine Infotafel am Baum mit. Auf einer Zeichnung von ca. 1840 steht inmitten der (wenig frequentierten) Freifläche ein junger, schlank-kroniger Baum von vielleicht 4 Metern Höhe, dessen Stamm durch Bretter geschützt ist. Er bietet bereits Schatten für einen rastenden Mann.  Dass es auf dem Marktplatz nicht immer so geruhsam zuging und der Stammschutz sicher seine Berechtigung hatte, zeigt die nächste Abbildung bei www.olbernhau.de/der-marktplatz mit einer lebhaften Jahrmarktszene.

Das erste Foto um das Jahr 1888 lässt bereits einen recht großkronigen Baum erkennen, in dessen Schatten ein Verkaufsstand aufgebaut ist. Ein Stammschutz o.ä. scheint nicht mehr zu existieren, stattdessen lagert im Wurzelbereich irgendwelches Holz/Baumaterial.

Um 1905 wurde der Marktplatz dann etwas repräsentativer umgestaltet. Nordwestlich der Eiche kam ein Springbrunnen ins Zentrum des Platzes, um den Baum entstand eine rechteckige Parkanlage. Ein Zaun schützte diese vor dem Betreten, mithin auch den größten Teil des Wurzelbereichs des Baumes (auf der Südseite allerdings weiterhin verdichteter Straßenbereich). Rings um den nunmehr parkartigen Zentralbereich des Marktplatzes bereicherten neugepflanzte Bäumchen (die sich auf späteren Bildern als Linden erweisen) das durchaus reizvolle Ensemble. In den 1930ern war dieser Teil des Marktes noch immer parkähnlich und abgezäunt, aber offenbar mit einem neu eingefügten Weg im Umfeld des Baumes. Die Linden sind auf dem Foto bereits zu recht hohen Jungbäumen herangewachsen und begannen wahrscheinlich, der Königseiche Konkurrenz zu machen.   

1958 wurde der Baum als Naturdenkmal "Markteiche" unter Schutz gestellt ("Königseiche" war zu DDR-Zeiten sicher nicht gesellschaftsfähig) [2].

Auf einem Bild des 1972 errichteten Thälmann-Denkmals ist der Zaun einer niedrigen Absperrung gewichen. Die Linden haben mindestens 30 cm Stammdurchmesser erreicht und beeinträchtigen wahrscheinlich mit zunehmender Kronenkonkurrenz die Entfaltungsmöglichkeiten der lichtbedürftigen Eiche.

1999 wird der Marktplatz neu gestaltet: größere Teile des baumnahen Zentralbereichs sind von nun an gepflastert (verdichtet), der zur Verfügung stehende Wurzelraum nunmehr kleiner als Kronentraufbereich. Bis heute sorgen mit hoher Wahrscheinlichkeit Tausalz- und sonstige Schadstoffeinträge des Verkehrsraumes für zunehmende Beeinträchtigungen der Königseiche. Jedoch hat die Krone im Zuge der Marktplatzumgestaltung wieder mehr Freiraum bekommen, da bis auf vier Exemplare die konkurrierenden Linden entfernt wurden. Auf den Fotos aus der Zeit der Jahrtausendwende präsentiert sich die Eiche mit einem ausgesprochen dichten Kronendach, was auf hohe Vitalität schlussfolgern lässt.

Bis in ca. 5 m Höhe wurden in der Vergangenheit immer wieder Äste abgesägt. Stattdessen gibt es zahlreiche Neuaustriebe am Stamm.

Nach über zwei Jahrhunderten präsentiert sich die Olbernhauer Königseiche als markanter, wenn auch nicht besonders großer Solitär mit recht knorrigem Erscheinungsbild auf dem kleinen Marktplatz. Ein ND-Schild und eine kleine Infotafel weisen auf die Bedeutung des Baumes hin.

Quellen:

[1] https://www.olbernhau.de/der-marktplatz
[2] Beschluss des Rates des Kreises Marienberg vom 15.10.1958

Informationen

Ort

Olbernhau

Schutz

ND

Patenbaum

ja

Standort

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