Ergebnisse
zentrale Erkenntnisse & Fazit
Zentrale Erkenntnisse für zukünftige Citizen-Science-Vorhaben im Naturschutz:
• Das Thema Altbaumschutz stößt in der Praxis auf breite Akzeptanz. Dabei ist der persönliche Austausch vor Ort wichtiger als digitale Kommunikation.
• Kontinuierliche Bildungsstrukturen (wie Schul-AGs) und die feste Einbindung motivierter Lehrkräfte sind für den Motivationserhalt von Kindern und Jugendlichen essentiell.
• Die intensive Betreuung von Freiwilligen, die Datenpflege sowie die komplexe Recherche von Eigentümerstrukturen und Datenschutzregelungen erfordern einen immensen Zeit- und Personalaufwand. Ehrenamtliche Strukturen stoßen hierbei ohne dauerhafte institutionelle Förderung an ihre Kapazitätsgrenzen.
• Für die dauerhafte Motivation der Baumpaten und den Erhalt der Altbäume ist es wichtig, dass auf gemeldete Schäden zeitnah reale Pflegemaßnahmen folgen. Dafür ist die Schaffung bzw. der Erhalt von einfachen und zielgerichteten Fördermittelstrukturen unumgänglich.
FAZIT
Der Fortbestand alter Bäume lässt sich nicht allein über behördliche Vorgaben sichern. Im sächsischen Ost-Erzgebirge sowie im slowakischen Poľana-Gebirge übernahmen Bürger Patenschaften für alte Baumriesen vor ihrer Haustür. Die Freiwilligen begutachten Stämme und Kronen, erfassen Schäden und schlagen rechtzeitig Alarm. Durch diesen Einsatz wuchs vor Ort die Wertschätzung für das regionale Naturerbe.
Weil etliche Baumdenkmale auf privatem Grund oder Gemeindeland wurzeln, half das persönliche Gespräch mit den Eigentümern oft mehr als starre Schutzauflagen. Großen Anklang fand fachlicher Rat zur Baumpflege. Der partnerschaftliche Austausch zwischen den Teams aus Sachsen und der Slowakei bereicherte die Arbeit beiderseits der Grenze.
Da alte Bäume extrem träge auf Trockenheit oder Stürme reagieren, liefert die Erfassung durch Laien erst nach Jahrzehnten belastbare Trends. Das Projekt schuf hierfür das tragfähige Fundament: Beständige Kontakte zwischen Bürgerschaft, Fachwelt und Kommunen, gesammelte Datensätze sowie feste Abläufe sichern die Betreuung der Baumveteranen für kommende Jahrzehnte.
Für zukünftige Programme sollten staatliche Förderrichtlinien entbürokratisiert und finanzielle Unterstützungen direkt mit wertschätzenden Maßnahmen für die privaten Baumeigentümer verknüpft werden. Zudem sollte die Datenerfassung künftig durch mobile, digitale Anwendungen (Apps) erleichtert werden, um die Attraktivität des Monitorings weiter zu steigern.