1995 wurde die "Dorfeiche Berreuth" als Naturdenkmal ausgewiesen. In der Broschüre des Staatlichen Umweltfachamtes wenige Jahre später wird die Trauben-Eiche als "früherer Gerichtsbaum" bezeichnet und das Alter mit 180 Jahren angegeben.[1] Für beides sind leider keine Belege bekannt. Wenn überhaupt, hat eine Gerichtsbarkeit bei den Besitzern des (1947 großteils abgebrannten) Schlosses bestanden. Diese haben in ihrem Park durchaus für interessante Gehölzflora gesorgt ("Der außergewöhnliche Baumbestand oberhalb des ehemaligen Rittergutes stammt noch von dem ehemaligen Gutspark."[2]). Doch die Eiche am nördlichen Rand des Weilers Berreuth hatte damit sicher nichts zu tun.
Immerhin muss sie 1925 schon ein respektabler Baum gewesen sein. Damals wurde an ihrem Fuß der "Heldenstein" in Gedenken an acht ortsansässige Opfer des Ersten Weltkriegs geweiht. "Das Ehrenmal wirkt vornehm, hat einen schönen Standort und in der Eiche einen guten Hintergrund, der mit deren Alter jedes Jahr noch besser wird."[3]
Die Krone der freistehenden Eiche ist mehr oder weniger symmetrisch gewachsen und hat reichlich Platz zur Entfaltung. Die Dürrejahre ab 2018 fordern jedoch auch bei diesem Baumdenkmal ihren Tribut. 2021 wurde Totholz entfernt, mehrere äußere Zweige sind seither wieder abgestorben. Der Wurzelraum ist durch die Dorfstraße und den hier abgehenden Zufahrtsweg zu den Stallanlagen zwar etwas eingeschränkt, dürfte aber ausreichend sein. Insgesamt macht die Eiche einen durchaus vitalen Eindruck.
[1] StUFA (2004):Baum-Naturdenkmale in der Region Oberes Elbtal/Erzgebirge, S. 114f
[2] Akademie d. Wiss. (1973): Zwischen Tharandter Wald, Freital und dem Lockwitztal. Werte unserer Heimat, Bd. 21; S.188
[3] Weißeritz-Zeitung, 13. Juli 1925
Informationen
Ort
Dippoldiswalde, Stadt
Berreuth
Schutz
ND
Patenbaum
ja
Basisdaten vom 26.11.2021
Umfang
3.76 m
Durchmesser
0.56 m
Höhe
28 m
Alter
255 Jahre
Zugang
frei
Jahresbewertung
Bericht 30.05.2024 - Thilo Natzschka
einige größere Totastbereiche / abgestorbene Kronenteile;
Dringender Handlungsbedarf:
Bericht 10.11.2024 - Thilo Natzschka
keine Auffälligkeiten
Dringender Handlungsbedarf:
Bericht 26.04.2026 - Thilo Natzschka
keine Auffälligkeiten
Dringender Handlungsbedarf: