Einzelbäume
Drei Bäume auf dem Friedhof Reinhardtsgrimma: Rot-Buche
ART: Rot-Buche (Fagus sylvatica) Mehr Informationen
Entsprechend einer Lithografie von 1840 war die Kirche im 19. Jahrhundert zwar mit Gehölzen umgeben[1], diese waren aber keineswegs Bäume der heutigen Dimensionen. Auf einem Foto von Anfang des 20. Jahrhunderts[2] haben vor der Kirche zwei Bäume - zweifellos die Buche und der benachbarte Spitz-Ahorn - offenbar bereits die Wuchshöhe des Kirchendachs erreicht. Dem scheint jedoch bis zum nächsten Foto von 1938[3] nicht allzu viel Höhenzuwachs gefolgt zu sein (was möglicherweise auch an der anderen Perspektive liegt). Zu erkennen ist dabei aber auch, dass sich rund um die Kirche noch etliche weitere Bäume vergleichbarer Dimensionen befanden. Nur die Sommer-Linde am Pfarrweg (AL017) fällt als schon damals mächtiger Solitär ins Auge. Auf einer Postkarte von 1956 dann sind die Buche und der Ahorn an der Mauer vor der Kirche schon als große Bäume zu erkennen. Auffällig an der Buche ist ein starker Nebenstamm auf der Südseite, der parallel zum Hauptstamm aufstrebt. Dieser fehlt heute, und generell hat sich der Habitus inzwischen zu einer eher kugelförmigen Krone verändert.
Die Baumdenkmalbroschüre von 2004 beschreibt den Baum als "frei stehende Rotbuche mit schön gewölbter Krone"[4]. 1995 waren die Buche und der Spitz-Ahorn vor der Kirche sowie die Stiel-Eiche am hinteren Friedhofsausgang gemeinsam als Naturdenkmal ausgewiesen worden.
Obwohl der Baum seither rund 40 cm an Umfang und einen Meter an Höhe zugelegt hat, zeigt sich spätestens seit den Trockenjahren ab 2018, dass der Standort nicht optimal ist. Das Plateau vor der Kirche wurde einst sicherlich aufgeschüttet und wird durch eine Mauer zum unterhalb entlangführenden Pfarrweg abgestützt. Die Buche (wie auch der benachbarte Ahorn) wächst unmittelbar neben der Mauer - nach Süden hin gibt es also fast keinen Wurzelraum. Bei anhaltend geringen Niederschlägen und hohen Verdunstungsraten führt dies zu hohem Dürrestress. Der Kronenbereich kann nur noch begrenzt mit Wasser versorgt werden, die Blattmasse nimmt deutlich ab. Verstärkt wurde dies 2024 auch noch durch Spätfrostschäden. Weniger dichte Belaubung wiederum bedeutet, dass mehr Sonnenhitze auf den Stamm einwirken kann, der bei Buchen nur von einer dünnen Rinde geschützt wird. Diese platzt auf der Süd(west)seite ab ("Sonnenbrand"). Diese Schäden am Stamm haben sich in den letzten Jahren auffallend verstärkt, es erscheinen bereits die ersten Pilzkörper. Es wäre sehr wichtig, eine stets günstige Wasserversorgung des Wurzelraumes zu gewährleisten (Bewässerung im Sommer).
[1] Gustav Täubert: Ansichten von Reinhardsgrimma und Malkwitz, Lithographie, um 1840
[2] https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/33108539
[3] https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/33108542
[4] StUFA (2004): Baum-Naturdenkmale in der Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge, S.114
Informationen
Ort
Glashütte, Stadt
Reinhardtsgrimma
Schutz
ND
Patenbaum
nein
Basisdaten vom 15.02.2022
Umfang
3.50 m
Durchmesser
1.11 m
Höhe
25 m
Alter
175 Jahre
Zugang
frei
Jahresbewertung
Bericht 02.11.2024
Pilze am Stammfuß Nordseite; auffälliger Schaden an Südseite in Kopfhöhe
Dringender Handlungsbedarf:
Bericht 08.11.2025
zunehmende Kronenkonkurrenz durch benachbarten Spitzahorn; Südseite Sonnenbrand mit Pilzbefall; neue Pilze am Stammfuß Südseite; Stamm ist insgesamt strak geschädigt
Dringender Handlungsbedarf: