Einzelbäume

Eberesche am Rand des Gimlitztals

ART: Eberesche (Sorbus aucuparia) Mehr Informationen

Die Feldflur nördlich von Nassau (Gemeindeteil von Frauenstein) ist relativ arm an großen markanten Bäumen. An sich kein Ort, um nach potenziellen Baumdenkmalen zu suchen – aber diese Eberesche wurde bereits 2019 von Prof. Roloff (Tharandt) gefunden, nach einer längeren Erkundung von Frauenstein nach Südosten [2]. Der Zugang von Nassau ist landschaftlich weniger reizvoll, aber deutlich kürzer: Nordöstlich der Landstraße 171 einem Feldweg, an der Mehrzweckscheune vorbei, folgen. Das Gelände steigt hier merklich an, fällt aber hinter einer Anhöhe deutlich zur Niederung der Gimlitz hin ab. Der feste Weg ist hier kaum noch erkennbar; wohl aber diese Eberesche inmitten einer Wiesenfläche, auf einer kleinen Erhebung.

2019, mit reichem Fruchtansatz, war das mehrstämmige Bäumchen sicher eine besonders schöne Vertreterin ihrer Art und insofern auch ein starker, für eine Eberesche sogar recht dicker, Baum [2]. Mit inzwischen um die 60 Jahren Alter zeigen sich aber doch deutliche Anzeichen des Zerfalls, wie auch bei viele anderen Ebereschen im Naturraum. So sind größere Teile der Krone abgestorben und brechen nach und nach ab, auch einer der Teilstämme ist an der Basis angebrochen und hat sich zu Boden geneigt. Ein reicher Besatz mit Flechten wie auch Insektenlöcher, Pilze und andere Mikrohabitate weisen aber auf einen sonst noch hohen ökologischen Wert hin.

Auch historisch ist dieser Ort von Interesse, steht der Baum doch nicht auf einer natürlichen Erhebung, sondern auf dem überwucherten Rest einer Steinrücke. Die zusammengerückten Steine sind am ehesten noch südlich des Baumes erkennbar, sonst aber unter Gras, Himbeeren und Brennesseln weitgehend verborgen. Es ist wohl wenig aussichtsreich, diesen Steinrücken-Rest wieder herzurichten; aber sicherlich wäre es sinnvoll, für die absterbende Eberesche einen Nachfolgebaum zu pflanzen in diese kleine Insel inmitten des Wirtschaftsgrünlandes. In der auch sonst recht waldarmen Gegend [1] haben auch kleine Feldgehölze eine hohe Bedeutung.

Quellen:

[1] https://www.osterzgebirge.org/gebiete/frauenstein.html - letzter Zugriff: 2.12.2025

[2] Roloff, A. Hg. 2020. Die starken Bäume Deutschlands. – Wiebelsheim: 272 S.

Informationen

Ort

Frauenstein, Stadt
Nassau

Schutz

-

Patenbaum

nein

Basisdaten vom 01.12.2025

Umfang

1.11 m

Durchmesser

0.36 m

Höhe

8 m

Alter

60 Jahre

Zugang

frei

Standort

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Naturdenkmal: Naturdenkmal hat Pate:
Kein Naturdenkmal: Kein Naturdenkmal hat Pate:

Eberesche im Gimlitztal, Roloff 2020

Zustand im August 2019 (Foto: A. Roloff)

Gimlitztal Bild 1

© S. Dittrich

Gimlitztal Bild 2