Einzelbäume

ND Traubeneiche an der Saigerhütte

ART: Trauben-Eiche (Quercus petraea) Mehr Informationen

"Eindrucksvoll sind sogenannte Solitärbäume, die ohne Platz- und Lichtmangel mächtige Kronen ausbilden konnten. Die wahrscheinlich 1680 gepflanzte Stieleiche (Quercus robur) [sic!] am Osttor der Saigerhütte in Olbernhau-Grünthal ist ein sehenswertes Beispiel dafür [1]." Im Jahr 1656 erhielt der Silber- und Kupferhüttenkomplex Schutz durch eine Mauer.

Einstmals war das Osttor der Saigerhütte auf beiden Seiten von Bäumen begrenzt: ein Foto von "vor 1928" [2] zeigt auf der linken Seite eine Linde von ähnlichen Dimensionen wie die Eiche damals aufwies. Symmetrisch dazu das war das Ensemble am Westtor gestaltet, die dortigen Bäume gibt es nicht mehr.

Die damals schon 250-jährige Trauben-Eiche zeichnete sich noch durch eine intensive Verzweigung aus und erschien sehr vital. Der Vorplatz war noch nicht asphaltiert.

Auch auf einem historischen Luftbild aus den 1950er Jahren ist sie als markanter Baum an der Ostseite der Saigerhütte zu erkennen, mit der größten Baumkrone im gesamten Gelände [3].

Vermutlich mit dem Ausbau der Straße "An der Natzschung" vor der Saigerhüttenmauer, der nachfolgenden Verwendung von Tausalzen und der dann immer wiederkehrenden Verkehrssicherungsmaßnahmen begann der erkennbare Rückgang der Vitalität des Naturdenkmales. Vor allem dann die Dürrejahre ab 2018 scheinen auch diesem Baum wegen seines stark eingeschränkten Wurzelraumes schwer zugesetzt zu haben. Ein Foto von 2019 offenbart die schüttere Krone und Totäste [4]. Es folgte 2021 ein beträchtlicher Rückschnitt der Krone, wie bei den Aufnahmen von google street view von 2022 zu erkennen ist. Der Vergleich zwischen Luftbildaufnahmen von 2014 und 2021 zeigt ebenfalls eine starke Einkürzung der Krone, vor allem auf der Nordseite [5]. Ein Starkast im oberen Kronenbereich ist seither mit Gurt gesichert.

Die wiederholten Rückschnitte gingen leider zulasten des einstmals prächtigen Habitus der Saigerhütten-Eiche. Erstaunlich ist aber auch heute noch die Vitalität des Baumes, trotz des sehr knappen Wurzelraumes (die relativ stark befahrene Straße führt in gerademal 1,50 m Entfernung vorbei, auf der anderen Seite schließt sich an die Mauer eine verdichtete Pflasterzufahrt zu einem Grundstück an). In den drei Jahrzehnten ab 1994, als der Umfang 3,95 m betrug [6], hat die Trauben-Eiche auf 4,25 m Umfang zugelegt.

Quellen:

[1] Museen der Stadt Olbernhau (1990): Oberes Flöhatal in Geologie, Flora, Fauna und Naturschutz. S.55 (Korrektur: es handelt sich natürlich um eine Trauben-Eiche)

[2] https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/72004849

[3] https://geoportal.gov.cz/web/guest/map, "Ortofotomapa (50. leta)"

[4] https://mapy.com/de/turisticka?source=osm&id=128907795&gallery=1&sourcep=foto&idp=1921735&x=13.3695500&y=50.6497215&z=19

[5] google earth pro, Aufnahmen 7/2015 und 6/2021

[6] www.baumkunde.de/baumregister/5833-eiche_in_olbernhau

Informationen

Ort

Olbernhau

Schutz

ND

Patenbaum

ja

Standort

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