Einzelbäume
Stieleiche am Weg zum Lerchenberg westlich Börnchen
ART: Stiel-Eiche (Quercus robur) Mehr Informationen
Die Eiche auf der über 30 Hektar großen Agrarfläche hat schon so einiges mitmachen müssen in ihrem vermutlich noch nicht allzu langen Leben. Teilweise bis auf anderthalb Meter haben sich die schweren Landwirtschaftsmaschinen an den Stamm herangeackert. An selbigem klebt eine Kruste von Mist, die Vegetation unter dem Kronentrauf zeugt von einem Übermaß an Stickstoff, und sicher haben die Wurzeln der Eiche auch schon so manchen Pestizideintrag über sich ergehen lassen müssen. Und dennoch kämpft sie sich erstaunlich hartnäckig durch die Leiden eines Ackerdaseins. Vermutlich als Folge weggepflügter Wurzelmasse beginnt die Eiche offensichtlich schon jetzt mit dem Rückbauprogramm, das die Biologie eines Baumes für höheres Alter vorsieht: der obere Kronenbereich verkahlt, während sich im unteren Drittel eine neue, stabilere Krone aufbaut.
Mit weniger als 3 Metern Stammumfang und gerademal 16 Metern Höhe zählt das Naturdenkmal nicht gerade zu den Riesen unter den Eichen, ist aber dennoch eine markante Erscheinung in der ansonsten ausgeräumten Agrarlandschaft rund um den Lerchenberg. Nach den Angaben in der Baumdenkmalbroschüre des damaligen Umweltfachamtes 2004 soll der Baum 1893 gepflanzt worden sein.[1] Dies wäre zehn Jahre nach der Eröffnung der Ausflugsgaststätte auf dem Lerchenberg gewesen, als es da einen Besitzerwechsel gab[2]. Möglicherweise stand die Pflanzung in Zusammenhang mit diesem Ereignis - ein Alter von ca. 130 Jahren erscheint jedenfalls plausibel.
Auf dem Messtischblatt von 1909/1912 ist an der heutigen Stelle bereits ein markantes Gehölz eingezeichnet[3], dieses weder direkt am (damals neuen) Weg zum Lerchenberg noch auf einer Flurstücksgrenze, sondern auf einem kleinen Wiesenstück. Auch auf dem Messtischblatt von 1943 ist noch zu erkennen, dass die Flächen um den Lerchenberg einst viel strukturreicher gewesen sein müssen mit zahlreichen Wiesenbereichen inmitten von Äckern sowie etlichen weiteren Gehölzen, die v.a. inmitten dieser Wiesen mit entsprechenden Symbolen auf den historischen Karten markiert sind. (Ohne ertragreiches Grünland wäre kaum die Viehzucht denkbar, die dem angrenzenden Ort einst den Beinamen "Käse‑Börnchen"[4] einbrachte).
1988 wurde die Stiel-Eiche vom damaligen Rat des Kreises Freital als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Im Jahr 2024 erhielt sie ein entsprechendes ND-Schild.
[1] StUFA (2004): Baum-Naturdenkmale in der Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge; S.112
[2] Infotafel auf dem Lerchenberg
[3] https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70302466/df_dk_0000383
[4] https://www.bannewitz.de/de/ortsteile/ortsteil-boernchen.html
Informationen
Ort
Bannewitz
Börnchen
Schutz
ND
Patenbaum
ja
Basisdaten vom 09.06.2024
Umfang
2.80 m
Durchmesser
0.89 m
Höhe
16 m
Alter
131 Jahre
Zugang
frei