Einzelbäume

Holzapfel am Birkenweg Johnsbach

ART: Holz-Apfel, Wild-Apfel (Malus sylvestris) Mehr Informationen

In den Quellmulden an der Hochwaldstraße (Flächennaturdenkmal "Bekassinenwiese") entspringt ein Bächlein, das nach rund zwei Kilometern in den Johnsbach mündet. Einen offiziellen Namen scheint es nie bekommen zu haben - die Einheimischen nennen es seit jeher schlicht "Gründel".[1] Kleine Gehölzgruppen prägen das bewegte Hangrelief am östlichen Mittellauf, nördlich des hier kreuzenden Birkenwegs. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Zeugnisse historischen Eisenbergbaus. Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wurde hier über den "Drei-Brüder-Erbstolln" Roteisenerz gefördert. [2] In der  Nähe zeugt auch heute noch die "Rote Halde" von dieser Vergangenheit.  

Ein solch kleinräumiges Mosaik von lichten Feldgehölzen im Offenland bietet sonnenhungrigen Holzapfelbäumen gute Existenzbedingungen. Ein markantes Exemplar, das nach der Bonitur im Rahmen des Wildapfelprojekts der Grünen Liga Osterzgebirge[3] als weitgehend echter (genetisch vom Kulturapfel wenig beeinflusster) Vertreter seiner Art eingeschätzt werden kann, wurde 2014 als Naturdenkmal ausgewiesen.[4] Seit 2024 ist er auch durch ein entsprechendes ND-Schild markiert.

Arttypisch ist die Mehrstämmigkeit dieses Holzapfelbaums: die Aufteilung in neun Hauptstämme, von Bodennähe bis in ca. 1,50 m Höhe. Die einzelnen Stämme/Hauptäste weisen Umfänge zwischen 60 und 150 cm auf. Somit wirkt das Gehölz trotz seiner inzwischen 13 Metern Höhe eher wie ein großer Busch.

Dass sich der Holzapfel am Birkenweg so gut würde entwickeln können, war bei seiner Ersterfassung noch nicht abzusehen. An seinem Standort, einer Hangkante nicht weit von einem Feldweg (Birkenweg), wurde bis vor ca. 20 Jahren immer wieder Bauschutt und anderer Unrat abgekippt. Schließlich beräumte die Agrargenossenschaft den Müll.[5]

Seit alters her gehörte Holzäppeltee in jede Hausapotheke, hier im "Holzäppelgebirge". Seine Wirkung als fiebersenkendes und erkältungshemmendes Mittel wissen auch heute noch Johnsbacher Einwohner zu schätzen. Manche kommen im September auch zu dem Exemplar am Birkenweg, um die weniger als drei Zentimeter kleinen Äpfelchen zu sammeln.

 
[1] Grüne Liga (2001): Biotopverbund Johnsbach, unveröffentlichter Projektbericht, S.131
[2] Pflug, Norbert (2013): Der historische Eisenerzbergbau im Osterzgebirge und Elbtalschiefergebirge. Diplomarbeit TU Dresden (https://files01.core.ac.uk/download/pdf/236369616.pdf)
[3] https://www.wildapfel.info/alt/baumliste.html
[4] Verordnung des Landratsamtes Sächsische Schweiz - Osterzgebirge zur Festsetzung von Gehölzen als Naturdenkmal vom 9. Dezember 2014
[5] Schutzwürdigkeitsgutachten 2010, https://osterzgebirge.org/de/natur-erkunden/schutzgebiete/naturdenkmale/baum-naturdenkmale/holzapfel-am-birkenweg-johnsbach/

Informationen

Ort

Glashütte, Stadt
Johnsbach

Schutz

ND

Patenbaum

ja

Basisdaten vom 26.05.2024

Umfang

3.80 m

Durchmesser

1.21 m

Höhe

13 m

Alter

150 Jahre

Zugang

frei

Jahresbewertung

Bericht 27.09.2024 - Simone Heinz & Anke Proft
Wildapfel Natur GbR

Mistelbefall; einzelne Äste sind abgestorben; trotz Frost im Frühjahr einzelne Früchte

Dringender Handlungsbedarf: Grün

Bericht 01.05.2025 - Simone Heinz & Anke Proft
Wildapfel Natur GbR

Mistelbefall; einige tote Äste; Vollblüte

Dringender Handlungsbedarf: Grün

Bericht 15.04.2026 - Simone Heinz & Anke Proft
Wildapfel Natur GbR

Mistelbefall; 2 Stämme abgestorben

Dringender Handlungsbedarf: Grün

Standort

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Naturdenkmal: Naturdenkmal hat Pate:
Kein Naturdenkmal: Kein Naturdenkmal hat Pate:

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